3 Schritte wie du Konflikte mit deinem Kind friedlich löst

In diesem Artikel geht es um das spannende Thema Konflikte zwischen Eltern und Kind bzw. Erwachsenen und Kindern. Was kannst du tun, um diese friedlich zu lösen? Ich stelle dir 3 Schritte vor und gib dir noch einige wissenswerte Infos dazu mit.
Konflikte mit deinem Kind friedlich lösen

Die Mama will gern gemeinsam mit ihrer Tochter rausgehen und diese will Tablet spielen. Der Papa will in Ruhe Fernseh schauen und der Sohn stimmt gerade so laut wie er kann zum Gesang an. Pauline will gern der weißen Raufasertapete etwas Farbe schenken, doch Oma und Opa haben strikt etwas dagegen. Und Paul beginnt mit schreien, da sein Lieblingslöffel nicht am Tisch liegt. Beispiele für familiäre Konflikte gibt es noch viele mehr.

Konflikte im Familienalltag gehören zum Leben dazu und es gibt keine Familie, in der das Zusammenleben ausschließlich harmonisch ist. Auch, wenn das gerne in Büchern, Filmen und der Social-Media-Welt so dargestellt wird.

Was ist ein Konflikt?

Zunächst einmal will ich gern klären, was denn überhaupt unter einem Konflikt zu verstehen ist:

Ein Konflikt beschreibt eine angespannte Situation zwischen mindestens zwei Konfliktseiten. Daher kommt der Spruch: „Zum Streiten gehören immer zwei“. Konflikte werden ausgelöst durch verschiedene Bedürfnisse & Werte, Meinungen, Überzeugungen, Interessen, Zielen etc., die aufeinanderprallen.

Und da steht es bereits: Schon allein, weil jeder Mensch ein Individuum ist, gibt es, wenn Menschen aufeinandertreffen, Konflikte. Denn es gibt keinen Menschen, der einem anderen 1:1 gleicht.

In Familien treffen verschiedene Persönlichkeiten aufeinander, deren Bedürfnisse individuell ausgeprägt sind, was zwangsläufig bedeutet, dass Konflikte entstehen.

Und selbst wenn enge Freunde/Freundinnen sich in etlichen Dingen super miteinander verstehen, wird es in jeder Freundschaft einen Punkt geben, an dem Ansichten unterschiedlich sind. Dies ist in allen zwischenmenschlichen Beziehungen der Fall. Mal in mehreren Dingen, mal in weniger.

Konflikte zwischen Erwachsene und Kinder

Wie häufig Konflikte zwischen Erwachsene und Kinder auftreten und wie diese ablaufen, ist stark davon abhängig wie sich Erwachsene gegenüber den Kindern verhalten. Im alltäglichen Leben, vor der Konfliktentstehung, in den Konfliktmomenten und nach Konflikten.

Um auf das Thema Konflikte zwischen Erwachsene und Kinder näher einzugehen, will ich erst einmal das Bewusstsein auf folgenden Fakt legen: Das Machtverhältnis, was zwischen Kindern und Erwachsene besteht.

Erwachsene haben stets mehr Macht als Kinder. Sie sitzen am längeren Hebel, sie können bestimmen, sie treffen letztendlich die Entscheidung.

Macht an sich ist nicht negativ, wie oft angenommen, sondern es kommt darauf an wie die Macht eingesetzt wird. Und das ist wiederum abhängig von der inneren Einstellung des jeweiligen Menschen, die sich eben im Verhalten äußert. Im Folgenden mag ich einmal grob die wohl drei bekanntesten Grundeinstellungen beschreiben.

 

Deine innere Einstellung zählt!

Es gibt Erwachsene, die der Meinung sind, dass sie auf Grund ihres höheren Alters intelligenter und kompetenter sind als jüngere Menschen. Die meinen, Kinder haben zu folgen, wenn Erwachsene etwas bestimmen, anordnen bzw. abverlangen. Das nennt sich Adultismus, ist beziehungsschädigend und hinterlässt psychisch tiefe Spuren. Und: Es geht komplett vorbei an der Entwicklung einer gesunden Konfliktfähigkeit – auf beiden Seiten. Leider tragen diese innere Haltung aktuell wohl noch viel zu viele Erwachsenen in sich. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass einerseits flächendeckende Vorbilder fehlen. Andererseits ist es ein generationsübergreifendes Problem, was nur gelöst werden kann durch den bewussten Willen des Einzelnen zur Veränderung.

Dann gibt es andere Erwachsene, die stets nach der Meinung, den Wünschen und Vorstellungen der Kinder fragen, um diese anschließend möglichst gerecht umzusetzen. Ihr Leben richtet sich nach dem Kind aus und es soll möglichst keine Ablehnung erfahren. Dabei rutscht das Kind in eine Rolle hinein, die es überfordert. Hier ist ebenfalls auf beiden Seiten die Entwicklung der Konfliktfähigkeit gehemmt. Diese Einstellung entsteht häufig dadurch, wenn die Erwachsenen beginnen, die Themen ihrer eigenen Kindheit aufzuarbeiten und beschließen: Ich mache es definitiv anders als die Generation vor mir! Doch sie wissen nicht vom Weg der bewussten Elternschaft, den Weg, authentisch und in Beziehung mit Kindern zu leben.

Die innere Einstellung, um die es auch in der bewussten Elternschaft geht, bedeutet: Kinder werden als soziale, kompetente und eigenständige Individuen gesehen, die ernstgenommen werden und deren Integrität geachtet wird. Sie sind gut so wie sie sind und ihre Stimme zählt. Gleichzeitig tragen die Erwachsenen die Verantwortung, sind authentisch in ihrem Auftreten, geben den Kindern Halt und sind Begleitung. Konflikte mit Kindern werden respektvoll gelöst, sodass sich Konfliktfähigkeit entwickelt.

Friedliche Konfliktlösung ist also in erster Linie abhängig von deiner inneren Einstellung gegenüber Kindern.

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Ist ein Konflikt ein Problem oder eine Chance?

Ein weiterer Faktor, der mit in Betracht gezogen werden sollte, wenn es um die Konfliktlösung geht, ist dein Blick auf Konflikte.

Viele Menschen sehen darin ein Problem und stufen Konflikte negativ ein. Meiner Meinung nach können Konflikte jedoch eine Chance für Wachstum sein. Für dein inneres Wachstum und ebenfalls Wachstum für dein Gegenüber bzw. Entwicklungsunterstützung für dein Kind. Um das genauer zu verstehen, ist es wichtig, Konflikte genauer zu betrachten.

 

Konflikte näher betrachtet

Rein oberflächlich, sind Konflikte im Familienleben je nach Situation, Alter des Kindes, den Gegebenheiten ringsum verschieden und es zählen noch einige andere Faktoren mit hinein. Mal geht es um die digitalen Medien, ein anderes Mal ums Essen, dann ist das Anziehen ein Konfliktthema, die Körperhygiene, das Einschlafen oder Schlafen an sich, die allgemeinen Familienregeln, die Kindergarten- oder Schuleingewöhnung, Hausaufgaben und so weiter. Betrachte ich all diese Konfliktthemen genauer, geht es im Grunde um Folgendes:

Das Kind will etwas, was die Eltern nicht wollen oder die Eltern wollen etwas, was das Kind nicht will.

Auf beiden Seiten sind gewisse Bedürfnisse (die im Übrigen auch hinter jeder Erwartung, jedem Ziel, etc. stehen) unerfüllt. Und so kommt es zum Konflikt.

Manche dieser Konflikte lassen sich relativ leicht friedlich lösen, indem du auf dein Kind oder auch dich selbst schaust. Frag dich dabei, was du tun kannst, damit es euch bessergeht und ihr gemeinsame Wege findet. Doch was ist mit Konflikten, in denen es scheint, als lassen sich keine gemeinsamen Wege finden? Konflikte, die immer wieder auftreten? Die dich als Elternteil zur Verzweiflung bringen? Konflikte, die Frust auf beiden Seiten hervorrufen?

 

Konflikte weisen auf etwas hin

Konflikte weisen immer auf etwas hin. Mal auf unerfüllte Bedürfnisse und mal auf tieferliegende Themen dahinter. Entweder es betrifft dein Kind, oder dich selbst oder euch gemeinsam. Vielleicht ist es etwas, mit dem du dich auseinandersetzen solltest, um dein Kind zu schützen oder zu unterstützen. Oder es ist ein Thema bzw. sind mehrere Themen, welche deine eigene Persönlichkeitsentwicklung voranbringen können, wenn du es zulässt. Besonders bedeutend dafür sind die Konflikte, die dich selbst wirklich sehr beschäftigen. Die dich wütend, traurig, frustriert oder grübelnd zurücklassen. Treten solche Konflikte auf, solltest du genauer hinschauen, denn da geht es um dir.

Fakt ist: Die genauere Auseinandersetzung mit (besonders wiederholenden) Konflikte ist sinnvoll.

 

Konflikte sind wichtig

Wie bereits geschrieben, können Konflikte nicht nur für dich von Bedeutung sein, sondern unterstützen sie auch die Entwicklung von Kinder.

Kinder beobachten sehr genau Geschehnisse und insbesondere die Erwachsenen, mit denen sie aufwachsen. Sie lernen dabei eine Menge, die Seiten, die wir als angenehm empfinden und ebenso die unangenehmen.

Sind Erwachsene in Konflikte respektvoll, empathisch und um gemeinsame Lösungen bemüht, dann werden die Kinder es ihnen, zumindest eines Tages, nachmachen. Eines Tages deshalb, weil es manchmal einen sehr langen Atem, viel Geduld und Vertrauen in der Elternschaft braucht.

Konflikte mit deinem Kind friedlich lösen (2)

Was, wenn der Konflikt zum Problem wird?

Ein Konflikt wird dann zum Problem, wenn sich eine oder gar beide Konfliktseiten verhärten und den jeweiligen Themen in keiner Weise annähern. Bei Konflikten zwischen Erwachsenen und Kindern bedeutet das, dass die Erwachsenen sich nicht mit dem Konflikt genauer beschäftigen wollen.

Oft wird dann mit Machtmissbrauch reagiert, sprich, es werden verschiedene Erziehungsmittel eingesetzt. Mal ist das, das so bekannte Machtwort, ein andermal eine Strafe oder ein geschicktes Manipulieren in die bestimmte Richtung mittels Verbot oder Lockangebot. Mit allen Mitteln wird dafür gesorgt, dass das Kind gehorsam reagiert. Die Reaktionen des Kindes können darauf unterschiedlich sein. Und all zu oft wird so leicht aus einem Konflikt ein Streit mit,  teils heftigen Auseinandersetzungen.

3 Schritte wie du Konflikte friedlich löst

Konflikte weisen stets auf etwas hin und wir Erwachsene tragen im Konflikt mit Kindern die Verantwortung dafür, zu erkennen, um was es geht. Wir sollten uns mit den tieferliegenden Themen näher beschäftigen und diese auflösen.

Nachfolgend erhältst du von mir weitere 3 wichtige Schritte, die du im akuten Konfliktmoment gehen kannst.

 

1. Innehalten und Bewusstsein aktivieren

Mach dir deine Stellung im Konflikt bewusst, bevor du reagierst. Du hast mehr Macht wie dein Kind. Du sitzt am längeren Hebel. Frag dich: Wie willst du jetzt reagieren? Unfair oder auf Augenhöhe? Willst du dich über dein Kind hinwegsetzen, ohne auf seine Integrität zu achten? Oder doch lieber in Beziehung gehen und einen gemeinsamen Weg finden, einen friedlichen Weg gehen?

 

2. Problem erkennen

Um einen gemeinsamen Weg gehen zu können, muss erst einmal klar sein, was das Problem ist. Frag dich also: Was ist das tatsächliche Problem? Geht es um Bedürfnisse oder steht mehr dahinter? Wer hat das Problem? Dein Kind? Du?

 

3. Gemeinsamen Weg finden

Dieser Schritt ist wohl der herausforderndste und gleichzeitig total individuell. Alle beteiligten Seiten sind hierbei zu beachten, denn schließlich sollen am Ende mit dem Weg alle zufrieden sein. Es ist einerseits der Wille gefragt, Veränderungen einzugehen und andererseits Kreativität gefragt. Manchmal sind die Lösungen, die für alle in der Familie passen eben nicht die, die sonst so bekannt sind.

Dir fällt es schwer, diese 3 Schritte auf konkrete Situationen aus deinem Alltag anzuwenden? Ich weiß, dass Fallbeispiele helfen, weswegen ich genau dazu eine PDF erstellt habe. Diese findest du nach der Anmeldung zum Newsletter  im Mitgliederbereich.

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Deine Entscheidung!

Wir Erwachsenen, insbesondere wir Eltern, sollten uns auf jeden Fall eines bewusst sein: Wir packen den Rucksack unserer Kinder. Wir geben ihnen die Strategien und Hilfsmittel an die Hand, um im späteren Leben Beziehungen zu gestalten. Zu sich selbst, zu anderen Menschen, zu ihren eigenen Kindern und Kindeskindern. Insbesondere die Zeit bis zum 7. Lebensjahr ist dabei sehr entscheidend.

Was willst du in den Rucksack legen? Friedliche Lösungen oder Wege der Unterdrückung, wo stets der mächtigere Part gewinnt?

 

Mein Extra-Tool für dich

Willst du einen Weg kennenlernen, wie du rauskommst aus den destruktiven Verhaltensweisen deinem Kind gegenüber? Willst du endlich bei dir anpacken und aktiv eine Veränderung bewirken? Noch dazu eine, die nachhaltig wirkt und nicht wie die sonst üblichen Tipps nur das Verhalten deines Kindes im Blick hat?

Fühl dich herzlich willkommen bei meinem kostenfreien Streitfrei-Workshop vom 02. bis 05. November 2020. Dabei geht es nicht etwa darum, überhaupt keinen Streit mehr zu haben, sondern den Familienalltag streitfreiER zu gestalten. Ich freue mich auf dich!

Alles Liebe

PS: Die Anmeldung zum kostenfreien Streitfrei-Workshop ist noch möglich bis zum 01.11.2020.

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