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Was, wenn die Eltern-Kind-Beziehung unter den Schulaufgaben leidet?

Was ist wichtiger? Arbeitsblätter oder Eltern-Kind-Beziehung? Schulausfall, Corona-Ferien, Masse an Hausaufgaben und deswegen Streit, Schulstress, Homeschooling, Eltern sollen Lehrer „spielen“, Lehrer machen Druck und zusätzlich ruft noch Home-Office, Kleinkindbetreuung, Haushalt, Essen und Co. Fragen über Fragen, Verunsicherung und Frustration. Wie du rauskommst? Leg die Priorität auf die Beziehung!
NaturFamilie Chris & Julia Schmiedel, © Copyright 2020 – Urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, einschließlich der Vervielfältigung, Veröffentlichung, Bearbeitung und Übersetzung, bleiben vorbehalten [NaturFamilie]. bindungsorientiert, beziehungsorientiert, bedürfnisorientierte Erziehung, Kindererziehung, Attachment Parenting, unerzogen, Beziehung statt Erziehung, Elternkurs, Familienbegleitung, Familienberatung, Elterncoaching, Mamacoaching, Vätercoaching, Paarberatung
Unterschiedliche Sichtweisen

Es ist Schulausfall. Nun, so richtig stimmt das nicht, schließlich ist nichts mit „frei“. Eher könnte man es Schulaufgaben- und Bildungsauftragsverschiebung nennen, wird doch plötzlich überall von Homeschooling gesprochen und geschrieben, dem Unterricht, der zu Hause stattfinden soll.

Ich kenne einige Eltern, die das Alltagsleben, die Routinen und Freiräume gernhaben und die die jetzige Situation als enorm anstrengend empfinden. Sie wollen keine Lehrer sein und ihr Kind täglich über Stunden hinweg antreiben zum Schulaufgaben machen. Sie haben sich auch noch nie weiter mit Homeschooling, geschweige denn mit Unschooling beschäftigt. Warum auch?

Ebenso kenne ich Eltern, die sich schon länger mehr Zeit mit ihren Kindern gewünscht haben, die Schulzeit generell als viel zu starr und zu lang ansehen, sich für alternative Lernformen interessieren und über die aktuelle Lage einerseits begeistert sind. Lässt sich doch das Homeschooling so ausprobieren. Andererseits sind sie weniger erfreut über die Tatsache, dass von schulischer Seite aus vorgeschrieben wird, was wann und wie gemacht werden soll. Beim richtigen Homeschooling ist das nicht so.

Selbstverständlich gibt es noch ganz viele andere Mamas und Papas, die irgendwo zwischen den beiden Beschreibungen sind, die akzeptieren, was ist und bereits nach einigen Tagen annehmbare Lösungen für beide Seiten gefunden haben. Und es gibt tolle Lehrer/-innen, die weder massenhaft Aufgaben erteilen, noch Druck ausüben. An dieser Stelle ein dickes Danke an diese Menschlichkeit!

Was mir (leider) überwiegend zugetragen wurde, sind Berichte von Eltern mit Schulkinder, die totalen Stress haben wegen dem „verpassten“ Schulstoff… Lehrer würden Druck ausüben und massenhaft Aufgaben weiterleiten, beispielsweise erfuhr ich von einer Mama, dass ihre Tochter täglich etwa 8 Stunden mit schulischen Aufgaben beschäftigt sei. Die Eltern sind überstrapaziert, genervt und stehen unter Leistungsdruck, den sie weitergeben an die Kinder, welche darunter leiden.

Schon allein auf die Idee zu kommen, in dieser turbulenten Zeit zuhauf Hausaufgaben zu geben… Wer hat überhaupt  den Kopf dafür frei!? Dort sind doch inzwischen ganz andere Gedanken unterwegs. Die Situation überfordert und das wiederum bringt Frustration ins Spiel. Auf Frust folgt Aggression, durch Druck entsteht Gegendruck und der toxische Kreislauf ist im Gang. Es wird Unterstützung benötigt, Zuspruch und Vertrauen. Keine zusätzlichen Belastungen für Familien durch die Schule.

Bleib in Beziehung mit deinem Kind!

Statt dich wegen den Aufgabenblättern und Übungen verrückt machen zu lassen, bleib ruhig bei dir, im inneren Frieden und nimm die Zeit mit deinen Kindern als Geschenk an. Neben den bereits anderen bewegenden Geschehnissen, musst du dich und dein Kind nicht stressen wegen Aufgabenblätter. Probiere stattdessen andere Lernmöglichkeiten aus. Seid gemeinsam kreativ, setzt Projekte um, macht Experimente, schaut Filme und lest Bücher und reflektiert das Gesehene bzw. Gelesene. 

Denkst du, dein Kind wird oder du selbst wirst dich später an diese Zeit zurückerinnern und Wert legen auf die Anzahl der gemachten Arbeitsblätter oder Übungen? 

Was zählt, ist eure Beziehung zueinander!

Steh hinter deinem Kind! Steh zu deinen Werten,  steh dafür ein, übernimm die Verantwortung und bleib weiter im Vertrauen. Dein Kind wird nicht dumm, weil es ist bereits gebildet. Mach dir bewusst wie wundervoll es ist, was es bereits alles gelernt hat, auch ohne Fremdeinwirkung. Du hast trotzdem Zweifel? Sieh dir all die (auch inzwischen erwachsenen) Freilerner an, sie machen es vor.

Übrigens ist jeder Mensch als Freilerner geboren. Wir lernen durch Begeisterung, nicht durch negativen Druck und wir lernen (selbstbestimmt) jede/r im individuellen Tempo. Was es braucht, sind Möglichkeiten und Menschen, die hinter einem stehen.

Tipps zur bewussten Elternschaft gefällig?

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Die Seite der Pädagogen/Pädagoginnen

Ja, ich verstehe auch die pädagogische Sichtweise… Bildungsauftrag und so…

Trotz dessen halte ich persönlich die Beziehung zum Kind für wichtiger! Und da stimmen mir auch Psychologen und Hirnforscher zu. Was nützt es den Familien, wenn die Eltern-Kind-Beziehung durch den Leistungsdruck belastet und strapaziert wird, ja, vielleicht sogar auseinander bricht, das Kind leidet, weint und es zu (nicht nur psychischer), sondern auch körperlicher Gewalt kommt, doch die Aufgaben sind gemacht?

Und ich weiß, wovon ich hier schreibe… Ich habe es selbst erlebt: Druck, Leistung, Ergebnisse, stundenlanges Arbeitsblätter pauken, Frustration auf beiden Seiten, Aggression. Näher will ich hier nicht darauf eingehen. Ich sag es somit aus eigener Erfahrung deutlich: Was zählt, ist die Beziehung zueinander!

Auch aus rechtlicher Sicht, ist die Herangehensweise der Lehrer/-innen nicht haltbar.

Und ja, es gibt Kinder die sich über die Arbeitsblätter freuen, die diese total gern machen und freiwillig abholen, genauso wie es Kinder gibt, die vernachlässigt werden und vielleicht ohne Hausaufgaben nichts weiter tun würden wie am Fernsehen hängen, da sie die innere Anspannung stets (vergeblich) versuchen darüber zu kompensieren. Darum ging und geht es mir ja gar nicht!

An wen wende ich mich?

Ich spreche die Eltern an, die nun durch die plötzlichen Schulaufgaben in Leistungsdruck verfallen. Die, deren Kinder von den Lehrern Druck gemacht bekommen und dadurch alle beteiligten Familienmitglieder nur noch genervt, entmutigt und frustriert sind. Die Eltern, die Angst haben, dass ihre Kinder ohne den täglichen Aufgabenwahnsinn schulisch abgleiten. Die, die ihre Kinder deshalb über Stunden hinweg mit langweiligen Arbeitsblättern stupide „lernen“ lassen. Die Eltern, die ein schlechtes Gefühl bei der ganzen Sache haben, sich jedoch nicht sicher sind, wie sie reagieren können. Die Familien, in denen täglich gestritten wird wegen Hausaufgaben, in denen Kinder deshalb weinen und wüten. Ich spreche all die Eltern an, die sich total kacke gegenüber ihren Kindern verhalten, OBWOHL ihnen die Beziehung EIGENTLICH wichtiger ist.

Und da positioniere ich mich ganz klar und appelliere: Stell die Beziehung zu deinem Kind über die Dinge im Außen! Dein Kind wird es dir danken und du dir selbst ebenfalls!

 

Übrigens musst du nicht mit mir übereinstimmen. Es ist meine Meinung, meine Erfahrung und mein Wissen, was ich hier wiedergebe. Es ist meine eigene Wahrheit und die muss nicht deine sein, denn jede/r lebt in ihrer/seiner eigenen Wahrheit.

 

Einige praktische Tipps wie Unterricht zu Hause aussehen kann und Ideen wie du die Hausaufgaben-Flut dämmen bzw. beenden kannst, findest du in der Checkliste „7 Tipps zum Homeschooling“ im kostenfreien Mitgliederbereich. Wie du dorthin kommst? Einfach zum kostenlosen Newsletter eintragen.

 

Lass mir gern einen Kommentar da!

 

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Annegret

Danke für den Artikel! Ich habe außer den zwei Kleinen (5 und 1 Jahr), die bis jetzt immer zu hause waren, nun noch 5 Schulkinder daheim. Da gab es natürlich einen ganzen Stapel Aufgabenblätter. Allerdings hält sich der Stress damit in Grenzen (obwohl ich diese Woche mal einen Tag hatte, an dem ich völlig fertig war). Die beiden Großen (8. und 10. Klasse) machen alles selbständig. Den Sechstklässler muss man manchmal motivieren oder eine kleine Denkhilfe geben, aber dann läuft es auch gut. Bei den Grundschülern muss ich (oder wahlweise eins der größeren Geschwister) mal mit helfen oder die Aufgabe… Weiterlesen »

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