5 Tipps wie du die Bindung zu deinem Kind stärken kannst

Warum soll ich mich eigentlich mit Themen der Erziehung auseinandersetzen? Was bringt das? Warum ist die Beziehungsqualität zum Kind wichtig? Was ist das überhaupt? Und wie kann ich diese stärken? Kennst du die 6 Stufen der Bindung? Diese Fragen werde ich beantworten und ganz nebenbei auch erklären, weshalb NaturFamilie sich diesen wichtigen Themen widmet.
13 Gründe, warum du dein Kind bindungsorientiert „erziehen“ solltest

Die meisten Eltern wünschen sich für ihre Kinder, dass diese glücklich sind und sich geliebt fühlen. Sie sollen ihren Eltern vertrauen und offen mit ihnen sprechen. Zudem ist es vielen Eltern wichtig, dass sich die Kinder sozial, hilfsbereit, respektvoll und tolerant ihren Mitmenschen gegenüber verhalten. Und die meisten Eltern möchten gern, dass sich ihre Kinder zu gebildeten, selbstbewussten und zufriedenen Erwachsenen entwickeln. Was können Eltern tun, um ihre Kinder in dieser Entwicklung optimal zu unterstützen? Die Antwort: Die Eltern-Kind-Bindung bzw. Beziehung zueinander in den Fokus nehmen. Doch den Hauptgrund, weshalb du bindungsorientiert „erziehen“ solltest, habe ich hier noch gar nicht genannt.

Was ist Bindung?

Mit Bindung (oder auch Beziehung) ist die emotionale Verbundenheit gemeint, die mindestens zwischen zwei Menschen besteht. Im Idealfall sind das für ein Kind die Eltern, dies muss allerdings nicht sein. Denn:

Bindung entsteht nicht durch genetische, sondern emotionale Verbundenheit.

Das bedeutet, je nachdem wie sich ein erwachsener Mensch gegenüber dem Kind verhält, beeinflusst dies die Bindungsqualität. Verhalten sich die Eltern so, dass das Kind keine sichere Bindungsbeziehung zu ihnen aufbauen kann und stattdessen agiert ein anderer Mensch feinfühlig auf das Kind, dann wird sich die Bindungsbeziehung zu dieser Bezugsperson festigen.

Wie entsteht Bindung?

Wir Menschen sind grundlegend auf Bindung ausgerichtete soziale Wesen.

Wird ein Kind geboren, ist es komplett abhängig und hat den Drang, sich zu (ver-) binden. Sogar in der Schwangerschaft ist das Bedürfnis nach Bindung bereits gegeben. Erwidert dies die Mutter, dann bildet sich in dieser Zeit eine Bindungsbeziehung aus, auf welche im Idealfall von beiden Seiten her direkt nach der Geburt zurückgegriffen werden kann.

Folgen nach der Geburt (weitere) emotional positive Erfahrungen, die das Kind in der Interaktion mit Bezugspersonen macht, baut sich eine sichere Bindung auf. Die Voraussetzungen für eine tiefe Bindung zueinander sind Zeit, die Erfüllung der Bedürfnisse des Kindes und, dass das Kind sich sicher, geborgen, angenommen, geachtet und bedingungslos geliebt fühlt.

Hier geht‘s zum Infoblatt: „3 Hinweise, woran du erkennst, dass dein Kind sicher gebunden ist“

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Verändert sich die Bindung? Kann Bindung ein Ende haben?

Unter anderem durch unseren online Eltern-Kind-Bindungs-Kongress erfuhren wir, dass viele Menschen das Thema Bindung bezogen auf die ersten zwei bis drei Lebensjahre sehen. In dieser Zeit bildet sich das Urvertrauen intensiv aus und damit ist die Bindung zwischen Eltern und Kind gegeben. Doch die Aussage ist so nicht ganz vollständig.

Definitiv ist es sehr wertvoll, wenn in den ersten drei Lebensjahren die Eltern bzw. Bezugspersonen eine sichere Bindung aufbauen. Doch auch darüber hinaus braucht die Bindungsbeziehung zueinander Pflege. Und spätestens hier wird klar: Wie auch in einer Partnerschaft und Freundschaft, muss sich der Bindung zum Kind aufmerksam zugewendet werden.

Bindungsbeziehungen spielen in jeder Lebensphase eine wichtige Rolle.

Die bedeutendste Zeit für die Entwicklung der Bindung zum Kind sind die ersten sechs bis sieben Lebensjahre. Das Kind durchläuft dabei sechs Bindungsstufen, welche aufeinander folgen. Entwickelt und beschrieben hat diese Stufen der kanadische Entwicklungspsychologe Gordon Neufeld. Handeln die Eltern bzw. die Bezugsperson den Stufen passend, kann sich eine sichere Bindung entwickeln.

Die 6 Stufen der Bindung

Stufe 1 – Bindung über die Sinne
Besonders im Babyalter steht der physische Kontakt mit vertrauten Menschen im Vordergrund.

Stufe 2 – Bindung durch Gleichheit
In dieser Entwicklungsstufe will das Kind genauso sein wie dessen Bindungsperson und ahmt Verhaltensweisen nach.

Stufe 3 – Bindung über Zugehörigkeit und Loyalität
Das Kind will wissen, dass dessen Eltern bzw. Bezugsperson ihm zur Seite stehen und Verlass auf ihnen ist. Und es erhebt nun Besitzansprüche an geliebte Menschen und Spielzeug. Zudem verhält es sich überwiegend loyal, sprich kooperativ seinen vertrauten Menschen gegenüber.

Stufe 4 – Bindung über Wertschätzung
In der vierten Stufe geht es darum, dass sich das Kind von den Bindungspersonen angenommen und wertgeschätzt fühlt.

Stufe 5 – Bindung durch Liebe
Wurden die bisherigen Stufen erfolgreich durchschritten, verbindet sich das Kind in diesem Entwicklungsschritt intensiv emotional mit der/den Vertrauensperson/-en. Zuneigung, Fürsorge und Geborgenheit stehen im Fokus und werden beim Kind als innere Kraftquelle verankert.

Stufe 6 – Bindung über Vertrautheit (Beziehung)
Bei der letzten Stufe steht im Mittelpunkt, dass sich das Kind ernstgenommen und verstanden fühlt von seinen Eltern bzw. seiner Bindungsperson. Eine tiefe Vertrautheit, sprich Vertrauensbeziehung besteht.

Wie kannst du die Bindung zu deinem Kind stärken?

Vielleicht fragst du dich jetzt, was du tun kannst, um die Bindung zu stärken zu deinem Kind? Nachfolgend gebe ich dir dazu 5 tiefergehende Tipps an die Hand.

  1. Hinterfrage deine innere Einstellung zu Kindern. Wie siehst du sie? Als gleichwürdige Menschen? Oder bist du der Meinung, dass du einen höheren Stellenwert einnimmst, da du älter, reifer und erfahrener bist? Findest du, dass dein Kind gut so ist wie es ist? Oder willst du dein Kind in eine bestimmte Richtung formen? Setz dich mit diesem Thema genauer auseinander.
  2. Erkenne die Wichtigkeit der Bindung bzw. Beziehung zu deinem Kind und setze sie als oberste Priorität an. Frag dich, ob deine alltäglichen Handlungen gegenüber deinem Kind auf Bindung bzw. Beziehung basieren. Und wenn nicht, dann ändere das.
  3. Halten dich deine eigenen Ängste und inneren Überzeugungen vom bindungsorientierten Umgang mit deinem Kind ab? Denkst du, wenn du dein Baby bei dir schlafen lässt, dann wird es zum Tyrann? Wenn du dein 2-jähriges Kind nicht in den Kindergarten gibst, sondern zu Hause betreust, dann bildet es keine Sozialkompetenzen aus? Oder, wenn dich dein 8-jähriger Sohn anlügt, dann braucht es mehr Konsequenz? Hinterfrage diese Gedanken kritisch!
  4. Mach dir bewusst, dass Bindung Zeit braucht. Die beschriebenen Bindungsstufen entwickeln sich (unter günstigen Bedingungen) in den ersten fünf bis sieben Lebensjahren. Sieben Jahre. Keine sieben Tage, keine sieben Wochen oder Monate. Nein, sieben Jahre. Gib deinem Kind die Zeit, die es braucht. Und selbst darüber hinaus braucht es tägliche Beziehungspflege wie in jedem zwischenmenschlichen Miteinander, wo direkt der nächste Punkt ansteht:
  5. Achte auf den Stand des emotionalen Bindungs- bzw. Beziehungskonto deines Kindes und lade dieses auch vorsorglich auf. Wende dich dazu deinem Kind zu und sei präsent, mit deiner körperlichen Nähe als auch deinen Gedanken. Schenke deinem Kind die Aufmerksamkeit, die es braucht, um sich wahrgenommen und wertgeschätzt von dir zu fühlen.

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Warum ist Bindung wichtig?

Verhalten sich Menschen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter „auffällig“, sind unsozial und aggressiv, verfallen diversen Substanzen und/oder rutschen ab auf „die schiefe Bahn“, dann liegen dahinter in den meisten Fällen Probleme in der Bindung. Auch für psychische Probleme sowie wenig Selbstwert (der versucht wird aufzupushen indem andere abgewertet werden) und das tiefe Gefühl, dass sie „falsch“ sind, liegen die tatsächlichen Ursachen in der Kindheit und/oder traumatischen Erfahrungen verborgen.

Bei Themen, die im Laufe eines Lebens präsent werden, schafft ein Blick in die eigene Kindheit häufig Klarheit. Der Grund:

Die Erfahrungen der Kindheit prägen die Persönlichkeit und das Verhalten eines Menschen (egal welchen Alters).

Besonders bedeutend ist dabei die Zeit ab der Zeugung bis zum 7. Lebensjahr. In diesem Zeitraum laufen viele wichtige Entwicklungsschritte ab, die das Fundament des Lebens bilden.

Ist ein Kind sicher gebunden, dann entwickelt es sich optimal in emotionaler, sozialer, sprachlicher und kognitiver Weise. Es trägt Urvertrauen in sich, fühlt sich verbunden, geliebt und wertvoll, geht gestärkt und selbstbewusst durchs Leben und trägt Selbstliebe in sich. Die Resilienz, sprich Widerstandsfähigkeit gegenüber Stress und Möglichkeiten, damit umzugehen, ist hoch und Konfliktlösungen laufen konstruktiver ab als bei einem unsicher gebundenen Kind. Des Weiteren zeigen sich noch viele andere positive Aspekte durch eine sichere Bindungsbeziehung. Darunter zählen beispielsweise eine hohe Kreativität, Flexibilität, Konzentrationsfähigkeit, Sprachentwicklung, Empathiefähigkeit, ein gutes Körpergefühl und vieles mehr.

Das waren jetzt 13 Gründe für den bindungsorientierten Umgang und klar, das ist alles sehr wichtig. Doch das Wichtigste, meiner Meinung nach, ist:

Dass wir als Eltern bzw. Bindungspersonen über das Fundament der Kinder und damit der nächsten, übernächsten und darauffolgenden Generationen bestimmen. Wir entscheiden, ob unser Kind den gleichen Rucksack wie wir tragen soll oder diesen ablegen kann. Wir entscheiden über die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder. Diese Erkenntnis macht für mich bewusste Elternschaft aus!

Für deine Kindheit waren deine Eltern verantwortlich.
Für deine Elternschaft bist du es!

Und an dieser Stelle:

Unsere Motivation bei NaturFamilie

Mein Mann und ich sind davon überzeugt, dass, wenn eine gesamte Generation komplett bindungssicher aufwachsen würde, würden sehr viele Probleme auf dieser Welt nicht mehr existieren. Und damit wir diese Welt ein Stück besser machen können, haben wir NaturFamilie gegründet. Mit Herz und Enthusiasmus sind wir dabei Schritt für Schritt vielen Kindern eine bessere Zukunft zu bieten. Dabei stehen wir den erwachsenen Menschen, die verstanden haben, um welch große Bedeutung es geht und unsere Begleitung wünschen, zur Seite.

Magst auch du eine Veränderung in deinem Handeln gegenüber deinem Kind? Wünschst du dir das beste Tool, um die Entwicklung deines Kindes optimal zu unterstützen? Dann ist mein online Kurs FamilienZauber ideal für dich! Vorab kannst du dich kostenfrei zum Schnuppern in meinem 4-Tage-Streitfrei-Workshop anmelden.

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Ich freue mich auf dich!

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Alles Liebe

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