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Was du unbedingt zur Mediennutzung bei Kindern wissen solltest

Keine Medien für Kinder? Oder selbstbestimmte Mediennutzung? Was ist wichtig, wenn Kinder digital unterwegs sind? Antworten auf deine Fragen rund um die Mediennutzung bei Kindern sowie Tipps zur Medienkompetenz. Eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema und ein gratis Infoblatt dazu.
Mediennutzung bei Kindern

In den meisten Haushalten ist ein Fernseher vorhanden oder zumindest Laptop oder PC, Spielekonsolen sind ebenfalls weitverbreitet, von Smartphone und Tablet ganz zu schweigen. Doch nicht nur im privaten und beruflichen Umfeld sind digitale Medien selbstverständlich, sondern auch im öffentlichen Raum läuft inzwischen vieles digital ab. Medien sind allgegenwärtig und aus dem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken.

Doch inwieweit sollten Kinder mit Medien Kontakt haben und diese nutzen können? Selbstbestimmt bereits im Kleinkindalter? Machen Medien süchtig? Hinterlassen sie Schäden beim Kind?

Es gibt verschiedenste Meinungen dazu, polarisierende Pauschalisierungen und angstmachende Studienergebnisse. All das hilft nicht wirklich weiter, stattdessen schafft eine differenzierte Auseinandersetzung mit diesem Thema tatsächlich Klarheit.

Verschiedenheit der Medien

Zunächst einmal gilt es, ganz ohne Angst und Verurteilungen, zu erkennen, was Medien überhaupt sind und zwar: Kommunikationsmittel. Sie übermitteln Informationen. Und unter Medien zählen nicht nur Filme, Internet, Fernsehen, Radio und Co., sondern auch Bücher, Zeitschriften, Zeitungen, Plakate, Flyer etc.

Wird von den „neuen“ Medien gesprochen, sind damit die digitalen Medien gemeint, welche mittels Tablet, Smartphone, Laptop und anderen digitalen Geräten empfangen sowie gesendet werden können. Und diese lassen sich weiter unterteilen in passive und interaktive Medien.

Neues wird häufig mit Angst betrachtet, denn der Mensch weiß schließlich (noch) nicht, was sich hinter dem Neuen verbirgt. Als damals Bücher frei zugänglich wurden, wurde von verschiedenen Stellen her vor der Lesesucht gewarnt. Im Jahr 1809 schrieb Joachim Heinrich Campe in dessen Wörterbuch: „Lesesucht, die Sucht, d. h. die unmäßige, ungeregelte und auf Kosten anderer nöthiger Beschäftigungen befriedigte Begierde zu lesen, sich durch Bücherlesen zu vergnügen“

Dieses Angstdenken, dass der Mensch durchs Lesen ins Verderben stürzt, besteht heute nicht mehr in Bezug auf Bücher, jedoch in Hinblick auf die Nutzung digitaler Medien.

Die Ängste der Erwachsenen

Viele Eltern bzw. Bezugspersonen lassen sich im Umgang mit ihren Kindern von ihren Ängsten leiten und so kommt es, dass viel zu schnell unreflektiert Verbote ausgesprochen werden. Diese führen zu Konflikten mit Kindern, welche letztendlich meist in Frustration oder zumindest einer anspannenden Stimmung auf beiden Seiten enden.

Genau da gilt es anzusetzen. Die eigenen Ängste herauszukristallisieren, sich diesen bewusstwerden und sie zu hinterfragen, ist sehr hilfreich in der Elternschaft und besonders in Bezug auf Medienkonsum bei Kindern.

Beispiele für häufige Ängste sind, dass das Kind abhängig wird, das Interesse an außermedialen Tätigen, Spielen und Kontakten nicht mehr besteht, die Entwicklung geschädigt wird, die Eltern die Kontrolle verlieren, das Kind aggressive Verhaltensweisen einnimmt, auf die schiefe Bahn gerät oder später gar zum Amokläufer wird, die realen Freunde verliert, gemobbt wird oder auch an die falschen Leute gerät.

Setzen sich Eltern und Bezugspersonen mit den Themen genauer auseinander und blicken dabei in verschiedene Richtungen, finden sie zu dem Wissen, was sie brauchen, um Ängste aufklären zu können und bewusst Entscheidungen zu treffen.

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Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen

Welche Auswirkungen digitale Medien auf die Entwicklung haben, hängt von mehreren Faktoren ab: In welchem Alter werden Medien konsumiert? Welche digitalen Medien werden wie genutzt? Was wird vermittelt? Wie lange werden die digitalen Medien benutzt? Dienen sie dazu, dass unerfüllte Bedürfnisse ersatzbefriedigt werden? Wie sind die weiteren Lebensumstände? Und so weiter.

Pauschal zu meinen, dass digitale Medien ausschließlich Vor- oder Nachteile aufweisen, sich fördernd oder schädlich auswirken, ist schlicht nicht möglich.

Digitale Medien bieten Möglichkeiten zur Entwicklung, zum Lernen, sie können faszinieren, die Kreativität anregen, zum Experimentieren und Forschen einladen und zur Entspannung sowie Vernetzung und dem Austausch dienen. Zudem bereiten sie auf die Zukunft vor, denn vorausschauend geblickt, wird die Digitalisierung sich sicher nicht zurückentwickeln und es wird Berufe in diesen Bereichen geben, von denen derzeit nicht einmal ansatzweise eine Vorstellung besteht.

Gefahren beim Medienkonsum

Andererseits bestehen selbstverständlich bei der Mediennutzung auch verschiedene Risiken und Gefahren. Je nach Medium und die Art und Weise wie die Nutzung davon aussieht, sind diese vielfältig und teilweise ähnlich derer in der realen, nicht-digitalen Welt.

Eltern und Bezugspersonen tragen die Verantwortung und müssen dafür Sorge tragen, das Kind vor Gefahren zu schützen. Das bedeutet nicht, mit Verboten um sich zu werfen oder die Medien wegzusperren, sondern zu begleiten und das Kind unterstützen in der Entwicklung der Medienkompetenz.

Erwerb von Medienkompetenz

Medienkompetenz ist die Fähigkeit, Medien sachgemäß nutzen zu können. Voraussetzung dafür ist das Medienbewusstsein. Das heißt, sich bewusst darüber sein, wofür was und wie genutzt werden kann, dabei kritisch hinterfragen und Acht geben auf das eigene Nutzungsverhalten.

Damit Kinder Medienkompetenz entwickeln können, brauchen sie einerseits eine gute Beziehung zu Ansprechpartner*innen und Vorbilder, die selbst medienkompetent sind und andererseits sollten die Kinder selbst eigene Erfahrungen damit sammeln dürfen.

Weder der extrem kritische Blick auf das Thema digitale Mediennutzung bei Kindern ist sinnvoll, noch das komplette, unbegrenzte und unreflektierte Gewähren.

Lassen sich Eltern bzw. Bezugsperson leiten von Ängsten und verbieten aus Furcht Medien oder halten diese möglichst lange fern, sind ablehnend und abwertend ihnen gegenüber, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich dessen Kinder Wege suchen wie sie Medien (dann eben heimlich) doch nutzen können. Dabei bilden sie kein Medienbewusstsein und –kompetenz aus und die größte Gefahr besteht darin, dass sie sich mit ziemlicher Sicherheit bei auftretenden Problemen und Übergriffen nicht den Eltern bzw. Bezugspersonen gegenüber öffnen werden aus Angst vor deren Reaktion.

Im Gegenzug dazu gibt es Familien, in denen ein völlig freier, unbegleiteter Zugang gewährt wird und die Erwachsenen selbst kein Medienbewusstsein und keine Medienkompetenz vorweisen können. Die Eltern und Bezugspersonen können somit keine Ansprechpartner für Kinder sein und diese sind so auf sich selbst gestellt. Dadurch entwickelt sich logischerweise ebenfalls kein Medienbewusstsein und keine Medienkompetenz und das kann fatal enden.

Eltern und Bezugspersonen brauchen in erster Linie, sozusagen als Fundament, eine gute Beziehungsqualität zu den Kindern und im zweiten Schritt Wissen über digitale Medien. Sie sollten ihre eigenen Ängste beleuchten, ihr eigenes Nutzungsverhalten hinterfragen und die Neugier besitzen, sich diesbezüglich weiterzubilden. Es ist sehr hilfreich, wenn die Erwachsenen sich selbst mit den Medien beschäftigen, die das Kind begeistern, in diese Welt ein Stück mit eintauchen und sie gemeinsam entdecken und zudem ins Gespräch mit dem Kind kommen.

Es braucht eine respektvolle innere Haltung gegenüber Kinder, damit Gespräche auf (körperlicher und geistiger) Augenhöhe mit dem Kind stattfinden können, sprich, dass weder abgewertet noch Angst gemacht, nicht pauschalisiert oder moralisiert, sondern ehrlich und achtend miteinander geredet wird. So fühlt sich das Kind gesehen, ernstgenommen und ist bereit, sich auch Sichtweisen der Erwachsenen anzuhören und Ratschläge anzunehmen.

Zudem sollten Kinder selbst Erfahrungen sammeln dürfen mit digitalen Medien sowie ohne, denn Menschen lernen am effektivsten durch Erfahrungen. Damit meine ich hier an dieser Stelle, dass es wichtig für eine gesunde Entwicklung des Kindes ist, vielfältige Erfahrungen zu machen (das hängt mit den Vernetzungen im Gehirn zusammen) und auch die Erfahrungen, die im Zusammenhang stehen, wenn digitale Medien dem nicht-digitalen, realen Leben vorgezogen werden bzw. aufgrund attraktiver realer Angebote die digitalen Medien an Bedeutung verlieren. Durch all diese vielfältigen Erfahrungen können Entscheidungen für sich selbst wirklich bewusst getroffen und tatsächlich der eigene Weg gegangen werden. Wichtig ist an dieser Stelle, dass Eltern und Bezugspersonen keine Erwartungshaltung einnehmen oder gar ihr Kind zwingen etwas zu tun oder eben nicht.

Klingt schwierig? Mit der Eintragung zum kostenfreien Newsletter bekommst du den Zugang zu meinem gratis Mitgliederbereich, in welchem du nicht nur eine PDF mit weiteren Tipps und hilfreichem Wissen zum Thema Medienkonsum bei Kindern, sondern auch noch weitere Informationen und Impulse zur bewussten Elternschaft erhältst.

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Ab wann darf ein Kind Medien konsumieren und wie viel Medienzeit ist gesund?

Es gibt bereits verschiedene Apps, Spiele und Filme, die für Kinder unter 3 Jahren geeignet sind, doch eigentlich sind diese überflüssig. Ein Baby und Kleinkind braucht vorrangig zuverlässige, vertrauensvolle Eltern bzw. Bezugspersonen, die Liebe und Geborgenheit schenken, damit sich der erste Grundstein für ein sicheres Lebensfundament optimal ausbilden kann: Die Bindung.

Weiter brauchen Kinder, egal welchen Alters, für eine gesunde Entwicklung neben der Interaktion mit anderen Menschen, Möglichkeiten fürs freie, absichtslose Spiel, das heißt, zum Entdecken, Erfahren und Verstehen. Diese sogenannten Primärerfahrungen machen Kinder durch den Einsatz aller Sinne (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen) und dem gesamten Körper. Zum Beispiel, wenn das Kind Essen untersucht, damit matscht und umherprobiert, wenn es im Wasser spielt, die Natur entdeckt, Blumen pflückt und im Schlamm oder Sand spielt, wenn es den Hund streichelt, kreativ wird mit Stiften, Malfarben, Knete, Spielfiguren und so weiter.

Nun ist es so, dass die meisten Erwachsenen im Umfeld des Kindes digitale Medien nutzen und somit quasi bereits von Geburt ab die digitale Medienwelt zur realen Lebenswelt dazugehört. Da Kinder ihre Eltern genau beobachten, was sie tun und mit was sie sich beschäftigen und dies nachahmen, ist das Interesse an digitalen Medien gegeben und so kommt es, dass bereits ein 2-jähriges Kind ebenso auf dem Smartphone in der Galerie umherwischen mag wie es seine Mutter oder der Vater tut.

Es existieren von verschiedenen Seiten her und sicher in jedem herkömmlichen Elternratgeber zu finden, sogenannte Bildschirmzeiten-Tabellen. Diese geben vor, wie viel Medienzeit für ein Kind einer bestimmten Altersstufe empfohlen ist. Nach meiner persönlichen Erfahrung, beruflich wie privat, empfinde ich diese Tabellen eher als hinderlich für die individuelle Betrachtungsweise des Themas und vor allem fühlen sich dadurch viele Eltern und Bezugspersonen unter Druck gesetzt. Sie sehen diese Empfehlungen als starre Vorgaben an, belasten sich mit Selbstverurteilung und wirken entgegen der Beziehung zu ihrem Kind. Es entstehen besonders zu diesem Thema Konflikte und schließlich wenden sich so manch verzweifelte Eltern an mich.

Statt engstirnig und verkrampft an diese Sache heranzugehen, ist es viel sinnvoller, wenn grundsätzlich erst einmal akzeptiert wird, dass die Kinder des digitalen Zeitalters sogenannte „Digitale Natives“ sind. Das heißt, Menschen, die mit digitalen Medien aufwachsen und diese als selbstverständlich ansehen, so wie die ältere Generation eben Bücher oder die morgendliche Zeitung als Selbstverständlichkeit annimmt.

Allein durch das Einnehmen dieser Sichtweise, wird klar, was digitale Medien für Kinder sind bzw. sein sollten: Eine Ergänzung und kein Ersatz.

Und damit bin ich direkt beim nächsten und in diesem Artikel letzten Punkt:

Ein Kind, was genügend Alternativangebote hat, am Tag überwiegend drinnen wie draußen freispielen und dabei direkte, reale Erfahrungen machen kann und dessen Bedürfnisse (worunter auch eine sichere Beziehung zu den Eltern bzw. Bezugspersonen zählt) erfüllt sind, wird keinen Schaden davontragen, wenn es zusätzlich und mit Begleitung bzw. zumindest medienkompetente Ansprechpartner*innen und Vertrauenspersonen altersgerechte digitale Medien im begrenzten, doch flexiblen Rahmen (und nicht stark reglementierten oder im Gegensatz dazu kompletten unbegrenzten Zugang) nutzt. Im Gegenteil: Es wird selbst Medienkompetenz erwerben sowie weitere Fähigkeiten ausbilden, die es im realen sowie digitalen Leben braucht.

Die genaue Antwort auf die Frage nach dem: „Wie lange darf die Medienzeit sein oder sollte sie maximal sein“, hängt dabei von mehreren Faktoren ab. Beispielsweise dem Alter des Kindes (je jünger das Kind, desto weniger Medienzeit), das bisher entwickelte Medienbewusstsein und damit die Medienkompetenz, die Fähigkeit zur Selbstregulation,  usw. und ist daher total individuell. 

Wirklich wichtig beim Thema digitale Medien ist, wie auch in anderen Themen der Elternschaft, dass die Eltern verantwortungsbewusst handeln und nicht aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit heraus.

Mediennutzung bei Kindern

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Den Artikel zu den Gefahren von Medien und ob ein Kind süchtig danach sein kann, findest du hier: „Wie du dein Kind vor den Gefahren der digitalen Medien schützt“

Und wenn dir mein Artikel gefallen hat, dann teile ihn doch gern mit deinen Freunden. So finden diese zu den Informationen und gleichzeitig unterstützt du mich damit.

Alles Liebe

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