Tabuthema Kontaktabbruch zur eigenen Familie

Kontaktabbruch innerhalb der Familie, ein Tabuthema. Denn gibt es nicht gewisse familiäre Verpflichtungen? Was ist mit der Loyalität? Der Bindung zueinander? Über Selbstliebe, Kommunikation, Gefühle, Vergebung, Liebe und den eigenen Weg.
Beitragsbild Tabuthema Kontaktabbruch zur eigenen Familie, zu den eigenen Eltern

Wer spricht schon gern über den Kontaktabbruch zur eigenen Familie? Das ist schließlich nicht gesellschaftlich akzeptabel. Und schon gar nicht gut für das eigene Ich. Doch ist es das wirklich nicht?

Heute breche ich das Schweigen über dieses Tabuthema und schreibe über meine Erfahrungen zum Kontaktabbruch zur eigenen Familie. Genauer gesagt: Zu meiner Mutter.

20.01.2020 - Welch ein besonderes Datum!

Und noch dazu mein Geburtstag. Doch nicht nur das. An einem 20.01. wurde auch meine Mutter geboren. Ich war quasi ihr Geburtstagsgeschenk.

Man möchte nach dieser Info meinen, dass ich ein besonders starkes Band zu ihr habe. Doch dem ist nicht so. Ich habe sie das letzte Mal vor über 2 Jahren gesehen. Der Kontakt ist abgebrochen, die Hintergründe dazu sind vielfältig.

Kontaktabbruch zur eigenen Familie. Mein Weg, dein Weg.

Trauere ich meiner Mutter nach? Was fühle ich, wenn ich an sie denke, wenn das Gespräch mit anderen auf das Thema kommt? Die wildesten Spekulationen gibt es darüber. Das ist auch kein Wunder, denn die meisten Menschen, die einen Kontaktabbruch zur eigenen Familie vornehmen, kommen damit nicht gut zurecht. Entweder haben sie Rachegelüste, verspüren Trauer, denken immerzu an die Kontakte, versuchen auf verschiedenen Wegen an Infos über die Menschen zu kommen usw.

Diese Verhaltensweisen sind mir bekannt. Unter anderem schon allein dadurch, weil ich mich, um Menschen kompetent in der Beratung weiterbringen zu können, enthusiastisch und umfangreich mit verschiedenen Themen der Psychologie beschäftige und mich darin weiterbilde.

Zum anderen kenne ich persönlich (beruflich, aber auch privat) einige Menschen, die den Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen haben oder anders herum. Im Frieden sind die meisten damit nicht, es arbeitet in ihnen, beschäftigt sie, das Thema ist präsent. Und ich kenne das. Ich hatte schon öfter Kontaktabbrüche zu meiner Mutter und immer wieder zog es mich nach einer Weile wieder zu ihr hin. Schließlich ist sie meine Mutter. Doch heißt das, ich MUSS mich mit ihr super verstehen? Mit ihr regelmäßig in Kontakt sein? Habe ich als Tochter gewisse Verpflichtungen ihr gegenüber?

Ich sage Nein!

Ja, sie ist meiner Mutter, ich ihre Tochter. Wir sind miteinander verbunden, doch nicht gegenseitig verpflichtet.

Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch – und damit meine ich jeden, auch meine Mutter – sein eigenes Leben leben sollte. Denn das, was einen Menschen persönlich glücklich macht, ist für diesen genau der richtige Weg.

Energie-Räuber? Nein, danke!

„Du bist der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen du deine meiste Zeit verbringst.“

Jim Rohn

Es gibt sicher auch Menschen in deinem Leben, welche als Energie-Räuber agieren. Dir Kraft, Zeit und Nerven stehlen, nicht an dich glauben, dich kleinreden und klein sehen wollen. Im Gegensatz dazu gibt es Menschen, die dich inspirieren, an dich glauben, dich motivieren und aufbauen, immer weiter voranbringen.

Ich achte darauf, dass ich die meiste Zeit meines Lebens mit Menschen verbringe, die mir wichtig sind und gut tun.

Damit will ich jetzt nicht sagen, dass meine Mutter ein negativer Mensch ist. Nein, sie hat viele positive Seiten an sich. Und doch habe ich den Kontakt abgebrochen. Sie zog mir zu viel Energie und ihre Energie wurde wiederum von anderen Energie-Räuber gezogen… Wie bereits oben geschrieben, habe ich es mehrere Male zuvor schon getan beziehungsweise eher versucht. Und davor etliche stundenlange Gespräche geführt, Anregungen gegeben, Lösungen überlegt und und und…

Dann gab es diesen einen Tag, an dem in mir ein Schalter kippte. Ich meditierte und auf einmal war der Punkt erreicht, der mich erkennen ließ: Stopp! Es ist Zeit, zu akzeptieren, anzunehmen, zu vergeben, zu verzeihen und loszulassen.

L O S L A S S E N

Und das habe ich getan. Ich habe akzeptiert, angenommen, vergeben und verziehen, losgelassen, mich von meiner Mutter gelöst und gleichzeitig ihre Flügel entdeckt. Nun können wir beide fliegen, individuell, so wie es jeder von uns braucht.

Manchmal bedeutet Liebe eben auch loslassen.

Ich bin glücklich damit. Glücklich und frei. In mir bereiteten sich nach dieser Erkenntnis unbeschreibliche Gefühle des inneren Friedens aus.

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Bild Tabuthema Kontaktabbruch zur eigenen Familie, zu den eigenen Eltern

Kontaktabbruch zur eigenen Familie, ja oder nein?

Was ich dir damit sagen will: Wenn du über einen Kontaktabbruch nachdenkst, dann werde dir darüber bewusst, ob du wirklich bereit bist, zu akzeptieren, zu verzeihen und vergeben, loszulassen und diesen Schritt mit Liebe in Frieden zu gehen. Es hat viel damit zu tun, dass du dich mit dir selbst und deiner Vergangenheit auseinandersetzt. Du musst damit Frieden schließen, um dich gesund ablösen zu können. Doch nicht nur das! Es sollte auch der letzte Schritt sein, den du tun kannst. Vorher gibt es tausend andere Schritte, die gegangen werden können.

Geh in dich und stell dir die Fragen:

  • Was tut mir wirklich gut?
  • Was will ich nicht?
  • Will ich das wirklich?

Wenn du fühlst, dass es dir ohne diesen Kontakt – zu wem auch immer – bessergeht, du glücklicher bist, dann tu es. Du bist niemandem gegenüber zu irgendetwas verpflichtet, du darfst für dich selbst einstehen und tun, was dir guttut. Das hat sehr viel mit Selbstliebe zu tun und die ist total wichtig für ein erfülltes Leben.

Was ich damit NICHT sagen will ist, dass du dich, nur, weil es mal Probleme gibt, direkt trennen sollst von zwischenmenschlichen Kontakten. Mit ehrlicher, klarer Kommunikation, Vergebung, Verzeihung und im Fokus Liebe lassen sich in den meisten Fällen Wege, Kompromisse und Lösungen finden, Themen aufklären und manchmal treten sogar krasse Wendungen ein, die zuvor nicht denkbar waren. Wenn du das selbst nicht schaffst oder die Beziehung zu einem anderen Menschen schon sehr gereizt ist, kann ein Mediator sehr nützlich sein.

Es ist dein Leben.
Dein Herz.
Dein Weg.
Immer.

Julia Schmiedel

Was sind deine Erfahrungen zum Thema Kontaktabbruch? Wie stehst du dazu? Was ist dein Weg? Ich freu mich auf deinen Kommentar oder deine Mail.

Hat dir mein Artikel gefallen, dann freue ich mich sehr, wenn du ihn teilst. So finden auch andere Menschen hier her und gleichzeitig unterstützt du mich damit. Vielen lieben Dank!

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Und wenn du passende Bücher suchst, hier meine Empfehlungen:

„Selbstliebe lernen“* von Julia Schmiedel

„Das bleibt in der Familie“* von Sandra Konrad

„Kontaktabbruch in Familien“* von Claudia Haarmann

Ansonsten fühl dich frei, in meinem Beratungsangebot reinzuschauen.

Alles Liebe

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4 Kommentare

  • Mutig! Für den Weg, den du gehst. Und für das dich so zeigen. Inspirierend!! Herzensdank, Juliane

    Antworten
    • Liebe Juliane,
      vielen lieben Dank für deine lieben Worte! Sie motivieren mich!
      Das freut mich sehr, dass ich dir eine Inspiration sein kann!
      Alles Liebe
      Julia

      Antworten
  • Erst ein mal herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und zu eurer neuen Seite:) toll- klasse möge es vielen helfen mit ihren Thema- alles liebe von und drei aus m spreewald

    Antworten
    • Vielen Dank für deine Nachricht und viele liebe Grüße sowie wärmende Sonnenstrahlen aus Portugal zu euch!!

      Antworten

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