Frei sein, ein Traum oder Wirklichkeit?

Über die Freiheit hat jeder Mensch seine eigene Auffassung. Freiheit, was ist das für mich? Kann die Freiheit begrenzt werden? Die Vorstellung vom freien Leben, ein Traum? Tipps zu mehr Freiheit im Leben
NaturFamilie Chris & Julia Schmiedel, © Copyright 2020 – Urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, einschließlich der Vervielfältigung, Veröffentlichung, Bearbeitung und Übersetzung, bleiben vorbehalten [NaturFamilie]. bindungsorientiert beziehungsorientiert, bedürfnisorientierte Erziehung, Kindererziehung, Attachment Parenting, unerzogen, Beziehung statt Erziehung, Elternkurs, Familienbegleitung, Familienberatung, Elterncoaching, Mamacoaching, Vätercoaching, Paarberatung
Sprung in die Freiheit

Es gibt den Spruch: „Freiheit beginnt in Deinem Kopf.“ Und auch ich kann dies unterschreiben. Bist du nicht frei im Kopf, so wirst du auch nicht frei im Leben sein. Du begrenzt dich, wirst es erst gar nicht versuchen, hast Angst. Doch Freiheit ist auch Verzicht auf vermeintliche Sicherheit. Vermeintlich deshalb, weil es die 100 %-ige Sicherheit niemals gibt. Es kann immer etwas Unkalkulierbares passieren. Wenn du Angst hast, wirst du nicht frei sein können, denn die Angst beschränkt dich, hält dich klein. Ich bewerte Angst nicht per sé negativ. Es gibt Unterschiede in der Angst. Wenn Gefahr droht, kann Angst durchaus sinnvoll sein, doch meist ist die Bedrohung nicht real. Es ist eine Vorstellung, die in deinem Kopf existiert, aber nicht in Wirklichkeit der Tatsache entspricht.

Für die Freiheit braucht es Mut. Und es braucht Verantwortungsbereitschaft, das heißt die Selbstverantwortung für sich, das eigene Leben und die getroffenen Entscheidungen mit Konsequenzen zu übernehmen.

Freies Leben

„Habt ihr es gut! So frei zu leben, das muss traumhaft sein!“

Diese oder ähnliche Formulierungen lesen oder hören wir von Menschen, die uns kennenlernen und die selbst meist nicht so frei leben. Doch wie frei leben wir wirklich? Und ist das genauso so toll, wie die Vorstellung davon ist?

Nun es ist unserer Erfahrung nach oft so, dass Menschen nach das streben, was sie nicht haben bzw. wie sie nicht leben anstatt das zu sehen und mit dem zufrieden zu sein, was sie besitzen und wie sie leben. Beispielsweise, wenn X eine kleine Wohnung und ein neues Auto besitzt, dann strebt Y mit einer großen Wohnung und keinem Auto meist das Auto von X an und X die Wohnung von Y. Es wird sich über Besitztum und Leistung definiert, nach dem Motto: „Immer höher, immer schneller, immer weiter.“ Wer nichts hat, ist nichts und umgedreht. Doch macht das glücklich? Macht das frei? Macht das zufrieden? Ich sage Nein.

Wir leben einen – für viele Menschen – außergewöhnlichen Lebensstil, sind von vielen Dingen und Faktoren frei, doch unsere Freiheit hat auch Grenzen. Zwar können wir uns aussuchen, wo wir uns wann und wie lange örtlich aufhalten, wann wir arbeiten und einkaufen gehen, was wir wann essen usw., doch kommt unser Essen nicht vom Himmel gefallen, wir haben keinen Goldesel, wir müssen uns an gewisse Zeiten, Regeln und Gesetze halten, haben auch Termine und selbstverständlich wahren wir die Grenzen anderer Menschen.

Die ultimative Freiheit gibt es unserer Meinung nach nicht. Es ist eher eine eigene, persönliche Freiheit.

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Zur eigenen Freiheit gelangen

Jeder Mensch kann sich befreien und so mehr Freiheit leben. Auch du!

Sehr effektiv ist die Hinterfragung verschiedener Glaubenssätze. Wurde dir beispielsweise als Kind immer gesagt, dass du krank wirst, wenn du bei einer Außentemperatur unter 18 °C barfuß rausgehst, dann kann es sein, dass du daran noch im Erwachsenenalter denkst und glaubst. Doch stimmt das? Und wie sieht es damit aus, dass du mindestens 2 Liter Wasser am Tag trinken sollst, um gesund zu sein? Ist das wahr? Ist das Reisen im Ostblock oder Südamerika nicht total gefährlich? Muss ein Kind mit 3 Jahren unbedingt „Bitte“ und „Danke“ sagen, sonst wird es das auch mit 13 Jahren nicht tun? Und so weiter.

Überleg dir und schreibe auf, welche Glaubenssätze dich „verfolgen“, welche du in dir trägst und dann hinterfrage diese kritisch. Stimmt das wirklich, was du denkst? Recherchiere, lies Bücher und Berichte, sprich mit anderen Menschen darüber, schau dir Informationsvideos an, probiere Neues aus und befreie dich Schritt für Schritt.

Werde auch ehrlicher zu anderen und vor allem zu dir selbst! Machst du das, was du wirklich machen willst oder lässt du dich viel zu oft von äußeren Einflüssen und Menschen lenken und/oder unter Druck setzen? Das, was als „normal“ gilt, muss nicht immer das sein, was du leben willst, was dich glücklich macht. Sei dir dessen bewusst!

Chris und ich haben uns auch schrittweise immer mehr befreit. Angefangen haben wir mit materiellen Minimalismus, dann haben wir uns von unseren immateriellen Belastungen entbunden und sind nach und nach zur Freiheit im innen, wie im außen gelangt, die wir nun täglich genießen.

Wie fühlt sich für uns die gelebte Freiheit an?

Fakt ist, dass ein freies Leben auch Grenzen hat, wie oben bereits etwas beschrieben. Doch unsere eigene, persönliche Freiheit, die wir erreicht haben, möchten wir nicht mehr missen. Es ist für uns ein Luxusgut und doch ganz normal. Wie, wenn jemand einen Rennwagen besitzt und täglich damit fährt. Deshalb ist es für uns wichtig, in gewissen Zeitabständen uns unser Leben bewusst und achtsam vor Augen zu führen. Wir sprechen gemeinsam darüber was wir erreicht haben, was vielleicht einige lehrreiche Umwege waren und wie die zukünftigen Ziele aussehen. Wir schauen Bilder aus unserem Leben an, gestalten Vision-Boards und genießen die Stille. Meditation und Achtsamkeit sind wichtig in unserem täglichen Leben. Außerdem achten wir stark auf unsere Kinder. Würden sie Anzeichen davon zeigen, dass dieses Leben nicht gut für ihre Entwicklung ist, dann würden wir auf unsere örtliche Freiheit verzichten und uns wieder sesshaft machen – selbstverständlich frei entschieden. So, wie wir damals die Reise in Paraguay abbrachen.

Für mich ist Freiheit, dass ich grundsätzlich das tun kann, was ich will bzw. nicht das tun muss, was ich nicht will, sprich zu Dingen gezwungen werde und in diesem Zusammenhang auch, dass ich Entscheidungen frei treffen kann, frei von selbst gemachten Druck, Vorwürfen, Vor- und Verurteilen. Und auch Chris sieht das so. Wir führen unser Leben selbstbestimmt, haben unseren Traum, diese Freiheit leben zu können, nie aufgegeben und stets daraufhin gearbeitet, haben den Mut aufgebracht und sind gesprungen, haben es gewagt, riskiert, verließen und verlassen immer wieder die Komfortzone, hegen immer wieder Träume und verfolgen unsere Ziele. Wir fühlen, leben und lieben mit intensiven Hochs und Tiefs. Für uns ist das total stimmig, wir fühlen uns glücklich und sind zufrieden.

Wo Licht ist, ist auch Schatten

Auch in unserem Leben war und ist nicht alles rosarot. Der Weg zu unserem jetzigen Leben war stellenweise sehr schwer und steinig, wir standen nicht nur einmal vor dem Thema Trennung und haben noch so manch andere, zehrende Hürden bewältigt (bzw. werden wir dies auch weiterhin tun).

Die nun in unserem freien Leben beinahe tägliche Organisation von beispielsweise örtlichem Aufenthalt, weitere Route, Treffen, Terminsetzungen, Homeoffice bzw. arbeiten unterwegs, Kochen/Essen, Unternehmungen, Wohnmobil-Versorgung usw. und das Herstellen des Gleichgewichts der verschiedenen Bedürfnisse aller Familienmitglieder ist teilweise sehr strapazierend. Wir haben keine festen Arbeitszeiten, kein geregeltes Einkommen, keine scheinbaren Sicherheiten, wenig direkte Vorgaben, kein System im typischen Sinne, keine örtlich festen Strukturen und räumlichen Möglichkeiten. Wir müssen sehr flexibel sein und Dinge annehmen, die andere ausrasten lassen. Zudem sind wir 24h/7 Tage die Woche/365 Tage im Jahr zusammen (bis auf wenige Ausnahmen). Wir betreuen unsere Kinder selbst und managen das mit den bereits genannten anderen Faktoren. Wir machen keinen „Dauerurlaub“, sondern leben im Wohnmobil wie eben andere Familien in Wohnungen oder Häuser.

Lebe dein eigenes Leben!

Die stete Unstete, das ständige Verlassen der Komfortzone, das Eindringen in unbekannte Gefilde, erlebnisreiche Abenteuer, Kennenlernen verschiedenster Menschen etc. – das alles ist nicht für jeder/jeden geeignet. Eine Pauschalisierung lässt sich da nicht machen. Wir haben Familien kennengelernt, die ebenfalls so oder ähnlich leben und zufrieden sind und andere, die auf Reisen gingen, sich jedoch in dieser großen Freiheit und permanenten Nähe, der gefühlten Unsicherheit, dem Druck von außen (oder auch innen) und dem (versuchten) Unterdrücken ihrer Ängste nicht wohlfühlten und daran zerbrachen. Zu manchen Familien passte auch dieser Lebensstil einfach nicht. Sie entdeckten eine Zeit das Reisen und entschieden dann frei, dass es ihnen mit Haus, Festanstellung und im „gewohnten“ System besser gefiel. Und wieder andere formten sich komplett neu und schlugen ganz andere Wege ein.

Mein Rat an dich: Bewege dich in der Freiheit, die dir guttut! Lebe so, wie es sich für dich am besten anfühlt! Und strebe nicht jemanden hinterher. Mach dein eigenes Ding!

 

Zum Abschluss zur Inspiration noch von Georg Danzer ein Liedtext:

Freiheit

Vor ein paar Tagen ging ich in den Zoo,
die Sonne schien, mir war ums Herz so froh.
Vor einem Käfig sah ich Leute stehn.
Da ging ich hin, um mir das näher anzusehn.

„Nicht füttern!“ stand auf einem großen Schild,
und: „Bitte auch nicht reizen, da sehr wild!“
Erwachsene und Kinder schauten dumm,
und nur ein Wärter schaute grimmig und sehr stumm.

Ich fragte ihn: „Wie heißt denn dieses Tier?“
„Das ist die Freiheit!“, sagte er zu mir,
„die gibt es jetzt so selten auf der Welt,
drum wird sie hier für wenig Geld zur Schau gestellt.“

Ich schaute und ich sagte: „Lieber Herr,
ich seh ja nichts, der Käfig ist doch leer.“
„Das ist ja gerade“, sagte er, „der Gag.
Man sperrt sie ein, und augenblicklich ist sie weg!“

Die Freiheit ist ein wundersames Tier,
und manche Menschen haben Angst vor ihr,
doch hinter Gitterstäben geht sie ein,
denn nur in Freiheit kann die Freiheit Freiheit sein.

Was ist für dich Freiheit? Sehnst du dich nach (mehr) Freiheit?

Alles Liebe

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