Distanzunterricht ist kein Homeschooling! 9 Tipps zur aktuellen Situation

Distanzlernen heißt zu Corona-Zeiten die Beschulung der Kinder in den eigenen vier Wänden. Umgangssprachlich Homeschooling (Heimunterricht) genannt. Doch, dass Homeschooling was ganz anderes ist, das ist vielen Menschen gar nicht klar. Im Artikel kläre ich, was der Unterschied ist zwischen Distanzlernen und Homeschooling und wie Homeschooling ablaufen kann. Zudem bekommst du von mir ein kostenloses Infoblatt mit Tipps zur aktuellen Situation.
Beitragsbild Distanzunterricht ist kein Homeschooling! 9 Tipps zur aktuellen Situation

Homeschooling in Deutschland.

Jahrzehnte war das ein Ding der Unmöglichkeit und nun plötzlich, ja quasi über Nacht, ist der Begriff in aller Munde. Der von vielen Familien langersehnte Traum wurde zur (vorübergehenden) Realität. Und bei etlichen Familien wurde der Traum zum Albtraum. Warum?

Weil das, was aktuell gemacht wird und als Homeschooling betitelt wird, in Wahrheit gar kein Homeschooling ist. Dazu mehr im Artikel.

Aus der Traum vom Homeschooling

In einer Umfrage, welche ich zuletzt auf einem Profil mit größerer Reichweite las, wurde Eltern eine Frage gestellt zum Homeschooling. Diese lautete in etwa: Würdet ihr Homeschooling auch ohne Corona umsetzen, vorausgesetzt, dies wäre in Deutschland einfach möglich? Hintergrund dieser Frage war, dass ja jetzt alle einmal diese Erfahrung des Unterrichts zu Hause gemacht haben.

Das Ergebnis dieser Umfrage lautete, dass über 70 % Homeschooling auf keinen Fall weiter umsetzen würden. Die anderen knapp 30 % eben doch. Hinzu kamen noch einige private Ergänzungen. Dabei der Haupttenor war, dass die Entscheidung dagegen fallen würde, weil die Eltern völlig gestresst sind von der Situation. Und viele haben sich diese Art des Lernens einfacher vorgestellt.

Ich selbst wurde auch schon angeschrieben, wie wir denn Homeschooling und Homeoffice unter einem Hut bekommen, noch dazu auf wenigen Quadratmetern. Die wechselnden Lebensumstände aufgrund unseres Lebensstils seien hier nur am Rande erwähnt. Davon abgesehen, dass ich uns eher weniger als Homeschooler einordne, sondern mehr als Freilerner, habe ich einige Tipps zur aktuellen Situation im Infoblatt geschrieben.

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Distanzlernen ist kein Homeschooling!

Das Problem ist, dass die meisten Eltern dabei etwas vergessen: Distanzlernen ist kein Homeschooling!

Wenn Kinder zu Hause unterrichtet werden, bedeutet das eben nicht, dass die Kinder den gesamten Schulstoff mit etlichen Arbeitsblättern und Co. zu Hause abarbeiten müssen. Es findet auch kein Onlineunterricht mit der Klasse statt, denn eine Klasse im Sinne des Schulsystems gibt es gar nicht.

Außerdem ist Homeschooling auch nicht gleich Homeschooling und ebenfalls nicht mit Freilernen (Unschooling) gleichzusetzen. Homeschooling als auch Freilernen sind Formen der Bildung, welche total unterschiedlich gestaltet werden können. Wir kennen viele Familien, die ihre Kinder auch im Schulalter selbst betreuen (uns eingeschlossen) und der Bildungsweg ist stets individuell. Du kannst dir das in etwa so vorstellen wie mit der Vielfältigkeit von Schulformen: Es gibt etliche unterschiedliche Ausrichtungen und manche haben gleiche oder ähnliche Grundsteine.

So gibt es beispielsweise beim Homeschooling Eltern, die ihre Kinder relativ starr zu Hause beschulen. Entweder die Eltern schlüpfen dabei in die Rolle der Lehrer/-innen oder es werden Privatlehrer/-innen engagiert. Somit ergeben sich täglich Unterrichtszeiten. Wird diese Art der Bildung offiziell umgesetzt, sind die Familien gemeldet und meist muss von dem Kind mindestens einmal im Jahr eine Prüfung abgelegt werden. Die Bedingungen zum Bestehen dieser sind wohl im Grundschulalter lockerer und nehmen mit zunehmenden Alter des Kindes zu. Die genauen Regelungen sind von Land zu Land verschieden. Das Unterrichtsmaterial ist dem der Schule gleich oder zumindest ähnlich, da sich die Themen aus dem Lehrplan ergeben. Das heißt, es wird in einem Schuljahr vorbestimmtes Wissen vermittelt, den Zeitpunkt, wann dies geschieht, kann jede Familie selbst festlegen.

Homeschooling kann aber auch viel freier umgesetzt werden. Wie bereits geschrieben: Jede Familie geht da ihren eigenen, individuell passenden Weg.

Homeschooling? Ausnahmesituation mit Zusatzbelastung

Klar ist, dass bislang Homeschooling in Deutschland legal nicht umsetzbar ist. Die derzeitige Situation ist eine Ausnahmesituation. Und genau das fordert viele Eltern heraus und überfordert auch.

Eine zusätzliche Belastung, die hinzukommt, ist: Homeoffice. Eltern, die jetzt im Homeoffice sind, sollen noch „nebenbei“ ihre Kinder begleiten beim Distanzlernen. Diese Belastung gibt es beim Homeschooling so nicht.

Ich habe inzwischen von Familien erfahren, die 40 h im Homeoffice arbeiten müssen und täglich ihre Kinder noch 3 bis 6 h beschulen sollen. Da frage ich mich ernsthaft: Wie geht das bitte? Logisch, dass das so niemand angenehm empfindet. Es wundert mich dann auch nicht, wenn Eltern sagen: Die Kinder zu Hause beschulen außerhalb der jetzigen Situation? Auf keinen Fall!

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Bildungswege in Deutschland

Damit Eltern einen realistischen Einblick bekommen können ins Homeschooling, müsste es in Deutschland die Möglichkeit dazu geben auch außerhalb dieser Ausnahmesituation. Distanzlernen ist eben kein Homeschooling. Und gezwungen zu werden zum Distanzlernen ist auch kein selbstgewählter Weg.

Ich bin ja der Meinung, dass Deutschland generell einen gehörigen Umschwung braucht, was das gesamte Bildungssystem (und nicht nur dieses) anbelangt. Schon lange ist klar, dass Kinder nicht durch Druck und Zwang lernen, sondern mit Begeisterung. Manche Lernbegleiter/-innen setzen das so gut es in ihrem Rahmen eben geht, um. Doch es gibt einerseits davon noch viel zu wenig und andererseits gibt es für Familien, die gern die Bildung selbstverantwortlich in die Hände nehmen wollen, (noch) keine richtige Lösung.

Möchtest du dich anderen Eltern anschließen, die sich aktuell für die Legalisierung von Homeschooling in Deutschland einsetzen, dann gibt es unter den Hashtags #homeschooling4Germany und #rechtauffreiheitundunversehrtheit verschiedene Aktionen.

Bild 9 Tipps zur aktuellen Situation

Für mehr Bildungsvielfalt

Wie ist deine Meinung dazu? Wünschst du dir auch mehr Bildungsvielfalt in Deutschland? Schreib mir gern einen Kommentar!

Hat dir mein Artikel gefallen, dann teile diesen doch bitte. Das zeigt mir deine Wertschätzung für mein Tun und gleichzeitig finden weitere Menschen zu mir.

Suchst du nach Möglichkeiten wie du das Distanzlernen für dich als auch dein Kind angenehmer gestalten kannst? Schau in das kostenfreie Infoblatt „9 Tipps zum Homeschooling bzw. Distanzlernen“ rein. Dieses steht dir im Mitgliederbereich zur Verfügung und dorthin gelangst du über die Anmeldung zum gratis Newsletter.

Zum Weiterlesen empfehle ich dir folgenden Artikel: „Schulstress: Was, wenn die Eltern-Kind-Beziehung unter den Schulaufgaben leidet?“. Darin erkläre ich auch, an welche Eltern ich mich denn überhaupt wende. Denn mir ist bewusst, dass die Familiensituationen völlig individuell sind, es Kinder gibt, die sich über die Aufgaben freuen. Genauso wie es vernachlässigte Kinder gibt, deren Situation durch die fehlenden Kontakte leider nicht mehr deutlich wird.

Alles Liebe

PS: Wissen und viele nützliche Tipps zur bewussten Elternschaft findest du im geschützten, kostenfreien Mitgliederbereich. Dorthin gelangst du sofort nach der Eintragung zum gratis Newsletter.

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Sabine

Ja, ich wünsche mir die Möglichkeit frei wählen zu können, ob meine Kinder in die Schule gehen oder nicht. Meine Traum Vorstellung ist ein Lernort, an dem Groß und Klein lernen kann. Jeder bringt Fähigkeiten und Ideen mit. Alle können voneinander, miteinander oder alleine lernen. Und zwar das, was grade zu ihnen passt, was ihnen Freude bringt.

Sabine

Das ist ja toll. Wie kann ich solche Orte finden? 🙂

Julia

Danke für diesen Artikel! Ja, wir wünschen uns definitiv Bildungsfreiheit in Deutschland. Ideal fände ich Bildungsorte, an denen Begleiter die Kinder in ihrem selbstbestimnten Lernen unterstützen und die Kinder unbeschwerte, unbewertete Kontakte und Beziehungen untereinander und zu den Begleitern aufbauen können, und wo wertschätzender und demokratischer Umgang geübt werden kann.

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