Müssen Hausaufgaben gemacht werden?

Was sagt die Gesetzeslage zum Thema Hausaufgaben? Muss Schulstress zu Hause wirklich sein? Wie kann ich gegenüber Lehrer/-innen argumentieren?

Vorab: Dieser Artikel ist auf dem Stand vom 30.03.2020 und ich bin keine Rechtsexpertin!

Hausaufgaben, was sagt das Gesetz?

Um über die rechtliche Regelung von Hausaufgaben mehr zu erfahren, ist ein Blick in die Schulordnung notwendig. Denn dort ist genau dieses Thema geregelt.

Hausaufgaben sollen eine Ergänzung zum Unterricht und für Schüler zumutbar sein. Was das genau bedeutet, ist oft nicht klar definiert. In einigen Bundesländern gibt es Richtlinien dazu. So sind beispielsweise in Nordrhein-Westfalen für die ersten Klassen 30 Minuten am Tag für Hausaufgaben angesetzt und in den höheren Klassen können es bis zu 1 ¼ Stunde sein.

Werden Hausaufgaben nicht gemacht, bekommt das Kind zunächst eine Ermahnung, fehlen die Hausaufgaben wiederholt und mehrfach, werden von den Lehrerinnen/Lehrern meist Verweise erteilt. Fehlen die erledigten Aufgaben sehr häufig und es sammelt sich ein Berg von Verweisen an, dann liegt es nahe, dass die Versetzung in die nächste Klassenstufe nicht erfolgen kann beziehungsweise zumindest gefährdet ist.

Interessant ist, dass bundesweit geregelt ist, dass Hausaufgaben nicht benotet werden dürfen. Es ist allein erlaubt, dass die Resultate, die Leistung einer/eines Schülerin/Schülers innerhalb des Unterrichts oder bei Klausuren mit Noten bewertet werden. Dass das Notensystem sich nicht positiv auf den Lernerfolg auswirkt, will ich an dieser Stelle nur kurz erwähnt haben, ebenso wie die Tatsache, dass Hausaufgaben in keinster Weise den Zweck erfüllen, den Lehrer/-innen damit beabsichtigen. Wissenschaftliche Studien zeigen dies klar auf.

Aktuell werden (aufgrund von Schulschließungen durch Corona) von den Lehrerinnen und Lehrern „Hausaufgaben“ aufgegeben, doch unter welche Regelung fallen diese? Welche Gesetze gibt es dazu? Müssen diese Hausaufgaben wirklich gemacht werden?

Interessanter Netzfund

Bei Facebook fand ich von Dagmar Fellwock eine interessante Veröffentlichung zur Thematik Schulaufgaben während der Schulschließungen (gilt nicht für die regulären Hausaufgaben), die vielleicht der ein oder anderen Familie aktuell den Druck herausnimmt:

„Familienleben darf jeder so gestalten, wie es ihm beliebt. Das steht jedem nach Art. 2 GG, Art. 3 Abs. 3 GG, Art. 4 GG, Art. 6 GG zu. Übrigens sind auch und gerade Lehrer/-innen verpflichtet, sich in ihrer Arbeit an Grundgesetze zu halten; als Leistungserbringer des Landes, bzw. des Staates sind sie nach Art. 1 Abs. 3 GG dazu verpflichtet.

Diese Rechtspflicht ist sogar unmittelbar und direkt in ihrer Arbeit einzuhalten und nicht etwa, wie gern behauptet wird, lediglich als Befehls- oder Anordnungsempfänger ohne jegliche Verantwortung für ihr Tun. Laut deren Arbeitsverträgen müsste diese Pflicht eigentlich bekannt sein.

Aus ethischer und grundgesetzlicher Sicht sollte sie zudem immer und überall im Tun der Lehrer/-innen gegenwärtig sein. Also obliegt es ebenso ihrer Pflicht in ihrer Arbeit nach Art. 6 Abs.1 GG die Familien in besonderem Maße zu schützen und nach Art. 6 Abs.2 GG zuvörderst das elterliche Erziehungsrecht und diesbezgl. Entscheidungen zu achten.

Dementsprechend bedarf eine familiäre Entscheidung für Nichterledigung von Schulaufgaben überhaupt keiner weiteren Erklärung oder wie auch immer gearteten inhaltlichen Validierung.

Nicht zuletzt sei auf die Bildungsverantwortung des Staates nach Art. 7 GG verwiesen; die kann unter den gegebenen Umständen nicht geleistet werden. Lehrern obliegt die Pflicht der Leistungserbringung dieser Bildungsverantwortung durch Kultusministerien und Schulverwaltungen. Diese unterstehen nicht nur der Landesregierung, sondern auch und vorrangig dem Bundesrecht. Von der Bundesregierung ist eine Schließung der öffentlichen Schulen angeordnet worden. Hier darf der Bund, bzw. die Länder ihre Bildungsverantwortung auch in Ausnahmesituationen nicht einfach auf die Familien abwälzen, auch wenn das uneinsichtigen Lehrerinnen/Lehrern verhältnismäßig und sinnvoll erscheint. Den Lehrerinnen/Lehrern als Leistungserbringer der Länder steht solch ein Recht, Verwaltungsrecht über Länder- oder gar Bundesrecht zu stellen, so wie jedem anderen auch, nach Art. 31 GG faktisch nicht zu. Das mag manchen unbefriedigend erscheinen, ist aber so.

Nach Art. 12 Abs. 1 GG steht es den Eltern der von den Schulschließungen betroffenen Kindern frei, Bildungsdienste, Lernangebote u.ä. frei zu entscheiden und zu wählen. Auch ist ein diesbezgl. Zwang nach Art. 12 Abs. 3 GG ausgeschlossen. Hier sei auch. auf Art. 20 Abs. 4 GG verwiesen. Auch nach Art. 5 Abs. 3 GG steht es den Familien frei, Bildungsangebote zu machen. Zudem unterstehen Eltern als Erfüllungsgehilfen nicht den Schulverwaltungen, Kultusministerien und schon gar nicht den Lehrern. Denen und ihren Schulen steht es jedoch frei, ihnen Angebote zu unterbreiten, die sich auf z.B. Vetrag nach § 145 BGB oder Honorarvertrag § 615 BGB begründen. Hier ist dringend § 123 BGB zu beachten. Für Zuwiderhandlungen gegen geltendes Recht steht es den Eltern frei, Ansprüche aus §§ 249 ff., 253 ff, 823 ff, 833 ff BGB geltend zu machen. Zu beachten sind zudem u.a. §§ 221 ff, 226 ff, § 253 ff, 263 ff StGB.

Gar keine Sorgen, Widersprüche oder Probleme hätten Lehrer/-innen, wenn sie die jungen Menschen einfach frei und selbstbestimmt sich bilden ließen.

Eine Anmerkung an dieser Stelle von mir: Genau das wird unter Unschooling oder eben auch Freilernen verstanden.

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Nimm deinen Mut zusammen, melde dich schriftlich oder telefonisch bei der Schule, den Lehrerinnen und Lehrern und positioniere dich freundlich, klar und deutlich!

Denn diese Hausaufgaben, die aktuell aufgegeben werden, sind nicht zu werten als reguläre Hausaufgaben, sondern unterliegen oben genannten Gesetzen. 

Mehr Infos findest du unter: 7 Tipps zum Homeschooling und hier: Was, wenn die Eltern-Kind-Beziehung unter den Schulaufgaben leidet?

 

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