Schulstress: Was, wenn die Eltern-Kind-Beziehung unter den Schulaufgaben leidet?

Was ist wichtiger? Arbeitsblätter oder Eltern-Kind-Beziehung? Schulausfall, Masse an Hausaufgaben und deswegen Streit, Schulstress, Homeschooling, Eltern sollen Lehrer „spielen“, Lehrer machen Druck und zusätzlich ruft noch Home-Office, Kleinkindbetreuung, Haushalt, Essen und Co. Fragen über Fragen, Verunsicherung und Frustration. Wie du rauskommst? Leg die Priorität auf die Beziehung!
Beitragsbild Schulstress: Was, wenn die Eltern-Kind-Beziehung unter den Schulaufgaben leidet?

Vorab: Dieser Artikel entstand als aufgrund von Corona sich plötzlich viele Familien mit Homeschooling auseinandersetzen mussten. Corona-Ferien nannten diesen Zustand einige Menschen. Dazu bekam ich mehrere Nachrichten und daraufhin verfasste ich diese Zeilen.

Unabhängig davon ist das, was ich hier geschrieben habe sowie der Grundtenor, für dich dennoch geltend, wenn du dich mit dem Thema Schulstress konfrontiert siehst. Nimm dir mit, was zu dir und deiner aktuellen Situation passt.

Unterschiedliche Sichtweisen

Es ist Schulausfall. Nun, so richtig stimmt das nicht, schließlich ist nichts mit „frei“. Eher könnte man es Schulaufgaben- und Bildungsauftragsverschiebung nennen, wird doch plötzlich überall von Homeschooling gesprochen und geschrieben. Dem Unterricht, der zu Hause stattfinden soll.

Ich kenne einige Eltern, die das Alltagsleben, die Routinen und Freiräume gernhaben und die die jetzige Situation als enorm anstrengend empfinden. Sie wollen keine Lehrer sein und ihr Kind täglich über Stunden hinweg antreiben zum Schulaufgaben machen. Sie haben sich auch noch nie weiter mit Homeschooling, geschweige denn mit Unschooling beschäftigt. Warum auch?

Ebenso kenne ich Eltern, die sich schon länger mehr Zeit mit ihren Kindern gewünscht haben, die Schulzeit generell als viel zu starr und zu lang ansehen, sich für alternative Lernformen interessieren. Sie sind über die aktuelle Lage einerseits begeistert. Lässt sich doch das Homeschooling so ausprobieren. Andererseits sind sie weniger erfreut über die Tatsache, dass von schulischer Seite aus sehr genau vorgeschrieben wird, was wann und wie gemacht werden soll. Beim „richtigen“ Homeschooling ist das nicht ganz so starr.

Selbstverständlich gibt es noch ganz viele andere Mamas und Papas, die irgendwo zwischen den beiden Beschreibungen sind. Die akzeptieren, was ist und bereits nach einigen Tagen annehmbare Lösungen für beide Seiten gefunden haben. Und es gibt tolle Lehrer/-innen, die weder massenhaft Aufgaben erteilen, noch Druck ausüben. An dieser Stelle ein dickes Danke an diese Menschlichkeit!

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Schulstress im Homeschooling

Was mir (leider) überwiegend zugetragen wurde, sind Berichte von Eltern mit Schulkinder, die totalen Stress haben wegen dem „verpassten“ Schulstoff… Lehrer würden Druck ausüben und massenhaft Aufgaben weiterleiten. Beispielsweise erfuhr ich von einer Mama, dass ihre Tochter täglich etwa 8 Stunden mit schulischen Aufgaben beschäftigt sei. Acht Stunden! Wahnsinn!

Die Eltern sind überstrapaziert, genervt und stehen unter Leistungsdruck, den sie weitergeben an die Kinder, welche darunter leiden.

Schon allein auf die Idee zu kommen, in dieser turbulenten Zeit zuhauf Hausaufgaben zu geben… Wer hat überhaupt  den Kopf dafür frei!? Dort sind doch inzwischen ganz andere Gedanken unterwegs.

Die Situation überfordert und das wiederum bringt Frustration ins Spiel. Auf Frust folgt Aggression, durch Druck entsteht Gegendruck und der toxische Kreislauf ist im Gang. Es wird Unterstützung benötigt, Zuspruch und Vertrauen. Keine zusätzlichen Belastungen für Familien durch die Schule.

Bleib in Beziehung mit deinem Kind!

Statt dich wegen den Aufgabenblättern und Übungen verrückt machen zu lassen, bleib ruhig bei dir, im inneren Frieden und nimm die Zeit mit deinen Kindern als Geschenk an. Neben den bereits anderen bewegenden Geschehnissen, musst du dich und dein Kind nicht stressen wegen Aufgabenblätter. Probiere stattdessen andere Lernmöglichkeiten aus. Seid gemeinsam kreativ, setzt Projekte um, macht Experimente, schaut Filme und lest Bücher und reflektiert das Gesehene bzw. Gelesene. 

Denkst du, dein Kind wird oder du selbst wirst dich später an diese Zeit zurückerinnern und Wert legen auf die Anzahl der gemachten Arbeitsblätter oder Übungen? 

Was zählt, ist eure Beziehung zueinander!

Steh hinter deinem Kind! Steh zu deinen Werten, steh dafür ein, übernimm die Verantwortung und bleib weiter im Vertrauen. Dein Kind wird nicht dumm, weil es ist bereits gebildet. Mach dir bewusst wie wundervoll es ist, was es bereits alles gelernt hat, auch ohne Fremdeinwirkung. Du hast trotzdem Zweifel? Sieh dir all die (auch inzwischen erwachsenen) Freilerner an, sie machen es vor.

Übrigens ist jeder Mensch als Freilerner geboren. Wir lernen durch Begeisterung, nicht durch negativen Druck und wir lernen (selbstbestimmt) jede/r im individuellen Tempo. Was es braucht, sind Möglichkeiten und Menschen, die hinter einem stehen.

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Schulstress: Die Seite der Pädagogen/Pädagoginnen

Ja, ich verstehe auch die pädagogische Sichtweise. Bildungsauftrag und so.

Trotz dessen halte ich persönlich die Beziehung zum Kind für wichtiger! Und da stimmen mir auch Psychologen und Hirnforscher zu. Was nützt es den Familien, wenn die Eltern-Kind-Beziehung durch den Leistungsdruck belastet und strapaziert wird, ja, vielleicht sogar auseinander bricht? Das Kind leidet, weint und es zu (nicht nur psychischer), sondern auch körperlicher Gewalt kommt, doch die Aufgaben sind gemacht?

Und ich weiß, wovon ich hier schreibe. Ich habe es selbst erlebt: Druck, Leistung, Ergebnisse, stundenlanges Arbeitsblätter pauken, Frustration auf beiden Seiten, Aggression. Näher will ich hier nicht darauf eingehen. Ich sag es somit aus eigener Erfahrung deutlich: Was zählt, ist die Beziehung zueinander!

Auch aus rechtlicher Sicht ist die Herangehensweise der Lehrer/-innen nicht haltbar.

Und ja, es gibt Kinder die sich über die Arbeitsblätter freuen, die diese total gern machen und freiwillig abholen. Genauso wie es Kinder gibt, die vernachlässigt werden und vielleicht ohne Hausaufgaben nichts weiter tun würden wie am Fernsehen hängen, da sie die innere Anspannung stets (vergeblich) versuchen darüber zu kompensieren. Darum ging und geht es mir ja gar nicht!

An wen wende ich mich?

Ich spreche die Eltern an, die nun durch die plötzlichen Schulaufgaben in Leistungsdruck verfallen. Die, deren Kinder von den Lehrern Druck gemacht bekommen und dadurch alle beteiligten Familienmitglieder nur noch genervt, entmutigt und frustriert sind. Eltern, die Angst haben, dass ihre Kinder ohne den täglichen Aufgabenwahnsinn schulisch abgleiten. Die, die ihre Kinder deshalb über Stunden hinweg mit langweiligen Arbeitsblättern stupide „lernen“ lassen. Jene Eltern, die ein schlechtes Gefühl bei der ganzen Sache haben, sich jedoch nicht sicher sind, wie sie reagieren können. Die Familien, in denen täglich gestritten wird wegen Hausaufgaben, in denen Kinder deshalb weinen und wüten. Ich spreche all die Eltern an, die sich total kacke gegenüber ihren Kindern verhalten, OBWOHL ihnen die Beziehung EIGENTLICH wichtiger ist.

Und da positioniere ich mich ganz klar und appelliere:

Stell die Beziehung zu deinem Kind über die Dinge im Außen! Dein Kind wird es dir danken und du dir selbst ebenfalls!
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Keine Übereinstimmung

Übrigens musst du nicht mit mir übereinstimmen. Es ist meine Meinung, meine Erfahrung und mein Wissen, was ich hier wiedergebe. Es ist meine eigene Wahrheit und die muss nicht deine sein, denn jede/r lebt in ihrer/seiner eigenen Wahrheit.

Einige praktische Tipps wie Unterricht zu Hause aussehen kann und Ideen wie du die Hausaufgaben-Flut dämmen bzw. beenden kannst, findest du in der Checkliste „7 Tipps zum Homeschooling“ im kostenfreien Mitgliederbereich. Dort findest du auch weiteres wertvolles Wissen zur bewussten Elternschaft. Wie du dorthin kommst? Einfach zum kostenlosen Newsletter eintragen.

Hat dir mein Artikel gefallen, dann freue ich mich sehr, wenn du ihn teilst. So finden auch andere Menschen zu dem Wissen und gleichzeitig unterstützt du mich damit. Vielen lieben Dank!

Magst du jetzt weiterlesen, dann schau gern hier rein: „Ständig Streit mit deinem Kind? 3 Schritte wie du Konflikte friedlich lösen kannst“.

Alles Liebe

PS.: Keine Lust mehr auf destruktive Konflikte mit deinem Kind? Du willst aus deine alten Muster raus und endlich die Ruhe bewahren in Stress-Situationen? Willkommen bei FamilienZauber, meinem 6-Wochen Onlinekurs mit Begleitung und Community! Trag dich im kostenfreien Newsletter ein und verpasse auf keinen Fall den Kursstart!

PS: Keine Lust mehr auf Stress und Streit mit deinem Kind? Schau dir unbedingt den FamilienZauberFormel-Workshop an und erfahre mehr über meine selbst kreierte 3-Schritt-Konfliktlösung: https://www.natur-familie.com/familienzauberformel/

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2 Kommentare

  • Danke für den Artikel!
    Ich habe außer den zwei Kleinen (5 und 1 Jahr), die bis jetzt immer zu hause waren, nun noch 5 Schulkinder daheim. Da gab es natürlich einen ganzen Stapel Aufgabenblätter. Allerdings hält sich der Stress damit in Grenzen (obwohl ich diese Woche mal einen Tag hatte, an dem ich völlig fertig war). Die beiden Großen (8. und 10. Klasse) machen alles selbständig. Den Sechstklässler muss man manchmal motivieren oder eine kleine Denkhilfe geben, aber dann läuft es auch gut. Bei den Grundschülern muss ich (oder wahlweise eins der größeren Geschwister) mal mit helfen oder die Aufgabe erklären.
    Wir haben nur 1,5 h am Tag für „Schule“ eingeplant, was sich dann aber meistens nicht so durchziehen lässt.
    Ich habe aber auch unterschiedliche Kinder. Beim Erstklässler ist Mathe kein Problem, sodass ich in Absprache mit der Lehrerin Aufgaben weglassen kann (und von mir aus auch nicht alle mache).
    Alles in allem denke ich, dass die Aufgaben für die unterrichtsfreie Zeit 😉 nicht zuviel sind. Es sah zwar am Anfang viel aus, aber in kleine Portionen verpackt geht das.
    Ich bin auch froh, dass es ein paar Aufgaben gibt, da sind die Kinder beschäftigt (ok, ich auch, aber ich muss mir die Beschäftigung in dem Moment nicht selbst „ausdenken“). Wenn das Wetter gut ist, geht es natürlich raus in den Garten (der allerdings noch ziemlich nass ist) oder aufs Feld. Da bin ich dann auch nicht so hinterher mit den Aufgaben, denn Regen und Kälte sind schon wieder vorhergesagt.
    Ich habe letztens schon zu meinem Mann gesagt, wenn das jetzt so einfach geht mit dem Aussetzen der Schulpflicht, warum kann man in Deutschland dann seine Kinder nicht generell zuhause unterrichten? Ich finde Homeschooling total interessant, obwohl ich zugeben muss, dass ich es nicht unbedingt anwenden würde. (jedenfalls jetzt gerade nicht wegen mangelnder Unterstützung; und allein wäre es eine Mammutaufgabe)
    Bin gespannt, ob sich da etwas tut – sozusagen als positiver Nebeneffekt.

    Ich wünsche euch auf alle Fälle eine gute Zeit zusammen mit vielen weiteren tollen Erfahrungen bei guter Gesundheit.

    Lieben Gruß von Annegret

    Antworten
    • Hallo Annegret,

      na sicher kann ich mich noch an euch erinnern. Oh, vielen lieben Dank für deine Nachricht! Darüber habe ich mich sehr gefreut.

      Das lese ich gern, dass ihr in der aktuellen Situation einen angenehmen Weg für euch gefunden habt. Mit Garten und Co. gibt es ja auch immer genug Abwechslung.

      Deine Frage, warum denn jetzt plötzlich Homeschooling umsetzbar ist, obwohl bisher sich doch in Deutschland eher dagegen agiert wurde, ist mehr als berechtigt. Viele Eltern wünschen sich diesbezüglich eine Änderung und es gibt dazu bereits entsprechende Petitionen. Ich wünsche es jedenfalls von Herzen jeder Familie, die sich für diesen Weg entscheiden will, dass nach der Krise die entsprechenden Hebel dafür bewegt werden.

      Vielen Dank für die Wünsche und auch ich wünsche euch alles Gute, Gesundheit und Zuversicht.

      Alles Liebe

      Julia

      Antworten

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